Güster, Abramis bjoerkna.

Güstern werden meist als Beifang beim Nymphenfischen erbeutet.

Artbeschreibung
Die Güster besitzt eine hochrückige, seitlich abgeflachte Körperform. Ihr vorstülpbares Maul ist leicht unterständig, die Körperfärbung silbrig. Im Gegensatz zum Blei erscheinen mindestens die paarigen Flossen, oft auch die Afterflosse, an ihrer Basis rötlich. Weitere Unterscheidungsmerkmale sind die nicht bis zum Ansatz der Bauchflossen reichenden Brustflossen und ein Augendurchmesser, der größer als die Maulspalte ist.

Biotopansprüche und Lebensweise
Die Güster ist wie der Blei ein umwelttoleranter Schwarmfisch, der die Boden- und Uferregionen verschiedenster stehender und langsam fließender Gewässer besiedelt. Güstern ernähren sich überwiegend von wirbellosen Bodentieren. Sind diese nicht ausreichend vorhanden, kann auch auf andere Nahrungsnischen, wie z. B. Plankton, ausgewichen werden. Diese Anpassungsfähigkeit macht sie zum Nahrungskonkurrenten einer Reihe von Arten, hauptsächlich Aal, Plötze, Schleie und natürlich Blei. Im Winter drängen sich Güstern gemeinsam mit anderen Weißfischen an tieferen Gewässerstellen in großen Schwärmen zusammen. Im Allgemeinen gilt die Güster als Pflanzenlaicher, d. h. sie heftet ihre Eier bei der Ablage an Wasserpflanzen. Darüber hinaus ist sie durchaus in der Lage, auch andere feste Substrate zur Eiablage zu nutzen. Letztere erfolgt in den Gewässern der Region unter lautem Geplätscher zwischen Mitte Mai und Ende Juni. Güstern sind kleinwüchsiger als Bleie und Exemplare größer als 30 cm und älter als 8 - 10 Jahre sind selten. Als maximale Größe wurden 45 cm und mehr als 2 kg Stückmasse beobachtet. In flachen und nährstoffreichen Gewässern neigen sie wie der Blei zur Verbuttung und erreichen dann kaum 15 cm Körperlänge.

Bestandsentwicklung
In Brandenburger Gewässern ist die Güster weit verbreitet. Vielerorts, besonders in urbanen Gewässern, tritt sie massenhaft auf und bleibt dabei kleinwüchsig. Große Güstern werden fast ausschließlich in den großen Fließgewässern und Kanälen beobachtet, wo sie die Gewässermitte besiedeln. Bestandsrückgänge oder -gefährdungen sind auch im Vergleich zu historischen Fangdaten nicht erkennbar, da sich Güstern hervorragend auch an stärkste Veränderungen der Gewässerstruktur oder Wasserqualität anpassen können. Güstern haben keine wirtschaftliche Bedeutung. Aufgrund ihres grätigen Fleisches sind sie weder als Speisefisch noch anderweitig absetzbar. In kommerziellen Fangstatistiken werden sie meistens als Blei erfasst, was eine quantitative Auswertung dieser Daten einschränkt. Auch von Anglern wird der Art nur in seltenen Fällen gezielt nachgestellt.

"Fische in Brandenburg" - Verbreitung und Beschreibung der märkischen Fischfauna.
Mit freundlicher Genehmigung des Institutes für Binnenfischerei Potsdam.



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