Zander, Sander lucioperca.

Zander sind in Brandenburg weit verbreitet, doch mit der Fliegenrute werden sie nur selten gefangen. Die meisten der mir bekannten Fänge gingen beim Hechtangeln an den Streamer.

Artbeschreibung
Der Zander hat einen langgestreckten spindelförmigen Körper. Die Grundfärbung ist ein dunkles Silbergrau mit 8 bis 12 schwarzen Querbinden auf den Flanken. Seine Rückenflosse weist die für Barschartige typische Zweiteilung auf. Alle Flossen sind grau, Schwanz- und zweite Rückenflosse dunkel gesprenkelt. Das reich bezahnte Maul ist endständig und bis unter die Augen gespalten. Der Zander ist der größte einheimische Percide. Längen von 70 cm und 3 kg Masse sind keine Seltenheit. Maximalwerte von über einem Meter und 10 kg Masse wurden beobachtet.

Biotopansprüche und Lebensweise
Der Zander hält sich bevorzugt bodennah und in der Freiwasserregion großer Fließ- und Standgewässer auf. Schlammige und weichgründige Gewässerpartien werden gemieden. Zur Beutejagd auf Plötzen, Ukeleis oder Stinte schließt er sich oft in kleinen Trupps zusammen. Dabei orientiert sich der Zander vorwiegend mithilfe seines Geruchssinnes, weshalb er, im Gegensatz zum Hecht, besonders trübe Gewässer erfolgreich besiedeln kann. In allen Lebensstadien ist die Beutegröße eng limitiert, größere und hochrückige Fische können nicht bewältigt werden. Für die Eiablage im Mai und Juni nutzt der Zander Hartsubstrate (Pflanzenmaterial, Holz) auf hartem, steinigen Grund. Schlammschichten werden mit Schwanzschlägen abgeputzt, wobei eine Laichmulde entstehen kann. Das Männchen bewacht das Gelege bis zum Schlupf nach 7 Tagen. Die Jungfische ernähren sich zunächst von Zooplankton.

Bestandsentwicklung
Ursprünglich von Schweden über das Ostseegebiet bis in den Süden Russlands heimisch, ist der Weg des Zanders in die Brandenburger Region zeitlich nicht genau zu beziffern. In Veröffentlichungen zur Brandenburger Fischfauna des 16. Jahrhunderts noch fehlend, wird er 150 Jahre später als verbreitet in Oder, Havel und Spree beschrieben. Das Elbe-Einzugsgebiet bildete bis Mitte des 19. Jahrhunderts die westliche Verbreitungsgrenze des Zanders. Durch Besatzmaßnahmen besiedelt er heute alle großen europäischen Flusseinzugsgebiete. Im heutigen Brandenburg ist der Zander insbesondere in großen Fließgewässern und nährstoffreichen Seen weit verbreitet. In den vergangenen Jahrzehnten hat er aufgrund der Eintrübung von Gewässern im Zuge starker Nährstoffzufuhr den Hecht mancherorts als dominanten Raubfisch verdrängt. Dieser Trend scheint in jüngster Zeit gestoppt zu sein. In einigen Regionen wird von einer Abnahme der Gewässertrübung und einem parallelen Rückgang der Zanderbestände bei gleichzeitiger Zunahme des Hechtes berichtet. Zander unterliegen aber auch starken kurzfristigen Populationsschwankungen, die als "Zandermüdigkeit" eines Gewässers bekannt sind und auf dem Umstand beruhen, dass Zander einen starken Fraßdruck auf ihr größenmäßig sehr begrenztes Beutefischspektrum ausüben können. Mit der Dezimierung ihrer Beute entziehen sie sich selbst die Nahrungsbasis und es kommt zu einem scharfen Bestandsrückgang. Zander gehören zu den wirtschaftlich bedeutenden Speisefischen und sind neben dem Aal die Haupterwerbsquelle der Brandenburger Fischer. Aus diesem Grund wird versucht, die Bestände durch Besatz oder das Ausbringen von Laichhilfen (Reisignester) zu stützen.

Text aus: "Fische in Brandenburg" - Verbreitung und Beschreibung der märkischen Fischfauna.
Mit freundlicher Genehmigung des Institutes für Binnenfischerei Potsdam.



-- STARTSEITE --
© 2002 - 2007 www.farioev.de