Schleie, Tinca tinca.

Schleie sind mit der Fliegenrute nicht leicht zu überlisten. Willi hatte Glück und fing gleich drei Schleie an einem Tag. Gratulation!

Artbeschreibung
Die Schleie hat einen gestreckten, seitlich kaum abgeflachten Körper. Ihre kleinen, länglichen Schuppen sind tief in der auffallend schleimigen Haut verborgen. Sie ist goldgrün bis gelbbraun gefärbt, manche Exemplare zeigen einen starken Messingglanz. Die Flossen sind dunkelgrau und stark abgerundet. Das Maul der Schleie ist endständig und leicht vorstülpbar. In den Mundwinkeln sitzt je ein kleiner Bartfaden. Schleien zeigen einen ausgeprägten Sexualdimorphismus, d. h. Männchen und Weibchen sind an äußeren Merkmalen sicher zu unterscheiden. Männliche Fische (Milchner) besitzen wesentlich größere Bauchflossen, deren erste zwei Strahlen stark verdickt sind und zu einer leichten Krümmung der Flossen führen. Während der Laichzeit ist diese Krümmung so stark, dass die Bauchflossen fast gekräuselt wirken. Schleien können etwa 15 - 20 Jahre alt, bis 60 cm lang und 3 kg schwer werden. In Kleingewässern mit einseitigen Lebensbedingungen und daher weitgehend fehlenden Raubfischbeständen neigen Schleien zur Verbuttung (Zwergwuchs durch hohe Bestandsdichten ohne entsprechendes Nahrungsangebot).

Biotopansprüche und Lebensweise
Die Schleie ist eine Bewohnerin stehender bis langsam fließender, krautreicher Gewässer mit schlammigem Bodengrund. Sie ernährt sich von Würmern und Schnecken, die sie vom Boden aufnimmt oder von Pflanzen abweidet. Die Schleie stellt relativ geringe Ansprüche an die Wasserqualität und toleriert auch noch geringe Sauerstoffgehalte. Sie gehört deshalb zusammen mit den Rotfedern zur typischen Fischfauna schlammreicher, ausstickungsgefährdeter Kleingewässer. Schleien sind typische Sommerlaiche. Sie heften ihre Eier im Juni/Juli an Wasserpflanzen, wobei sie als obligate Pflanzenlaicher für eine erfolgreiche Reproduktion auf das Vorhandensein krautreicher Stillwasserbereiche angewiesen sind. Die geschlüpften Larven heften sich bis zur Schwimm- und Fressfähigkeit ebenfalls an Wasserpflanzen.

Bestandsentwicklung
Aus historischen Aufzeichnungen geht hervor, das Schleien bereits zu Vorzeiten Brandenburger Gewässer besiedelten. Schon im Mittelalter ordnete man sie kleinen, schlammigen Gewässern zu. Eine Vielzahl aktueller Nachweise belegt, dass die Schleie auch heute in Brandenburger Gewässern weit verbreitet ist. Sie ist ein wichtiger Wirtschafts- und beliebter Angelfisch der Region. Dennoch ist der typische Lebensraum von Schleien gefährdet. Noch Mitte der 50er Jahre hat man einen Gewässertyp als Hecht-Schlei-See klassifiziert, in dem die genannten Arten besonders starke Bestände bildeten und hohe Erträge lieferten. Dieser Kleinseentyp zeichnete sich durch geringe Tiefen, nährstoffreiches aber sehr klares Wasser und starken Makrophytenbewuchs aus. Heute sind derartige Seen äußerst selten geworden, was auch den Lebensraum der Schleie einschränkt.

Text aus: "Fische in Brandenburg" - Verbreitung und Beschreibung der märkischen Fischfauna.
Mit freundlicher Genehmigung des Institutes für Binnenfischerei Potsdam.



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