Hasel, Leuciscus leuciscus.

Der Hasel, ein oberflächenorientierter Schwarmfisch, der hin und wieder mit der Fliegenrute erbeutet wird.

Artbeschreibung
Der Hasel hat einen silbriggrauen, langgestreckten, drehrunden Körper. Sein Kopf ist relativ klein, das Maul unterständig, was durch eine auffällige, kleine, nasenartige Vorstülpung der Oberlippe zusätzlich betont wird. Rücken- und Schwanzflosse sind immer, die anderen Flossen meist grau, können aber auch einen gelblichen oder rötlichen Schimmer aufweisen. Die Schuppen sind relativ groß, verfügen aber nicht über die dunkle Netzzeichnung des Döbels. Hasel werden selten älter als 8 Jahre und erreichen kaum 35 cm Körperlänge bzw. 400 g Masse.

Biotopansprüche und Lebensweise
Hasel sind Allesfresser, die sowohl pflanzliche Nahrung als auch wirbellose Organismen aufnehmen. Oft sind sie an der Wasseroberfläche auf der Suche nach Anflugnahrung aller Art zu beobachten. Wie der Döbel ist der Hasel ein typischer Fisch kleiner Fließgewässer, insbesondere der Forellen-, aber auch der Äschen- und Barbenregion. Er lebt vorwiegend ufer- und oberflächennah in Pflanzenbeständen. In geringen Häufigkeiten werden Hasel regelmäßig auch in Kanälen, stauregulierten Fließen und durchflossenen Seen nachgewiesen. Hasel werden im dritten Lebensjahr geschlechtsreif und laichen von März bis Anfang April auf grobkiesigem Bodensubstrat. Darüber hinaus heften sie ihre Eier auch an Wasserpflanzen. Die Larven leben benthisch und zeigen eine höhere Strömungspräferenz als die der Alande und Döbel.

Bestandsentwicklung
In Brandenburg stellen kleine, naturnahe Fließgewässer einen gefährdeten Biotoptyp dar. Dementsprechend sind auch die Vorkommen des Hasels in Brandenburg gefährdet. Die ohnehin geringen Bestände sind vielerorts stagnierend bis leicht rückläufig. Historische Aufzeichnungen lassen vermuten, dass die frühere Verbreitung des Hasels weit umfangreicher war als die heute zu beobachtende. Die Hauptgefährdung der Haselbestände geht, analog zum Döbel, von Fließgewässerverbauungen und der damit verbundenen Vernichtung von Laichplätzen aus. Hasel sind aber auch fähig, künstliche Ersatzstrukturen als Laichrefugium zu erschließen, wie z. B. die Buhnenköpfe in kanalisierten Wasserstraßen. Die allgemeine geringe Bestandsgröße der Haselvorkommen in Brandenburg verbunden mit der fehlenden wirtschaftlichen oder anglerischen Bedeutung dieser Art kann leicht dazu führen, dass Haselvorkommen übersehen werden. In den meisten Fangstatistiken werden Hasel nicht separat ausgewiesen. Da insbesondere bei der Fischartenkartierung in kleinen Gewässern ein Nachholbedarf besteht, ist mit dem Auffinden weiterer Bestände zu rechnen. Gleiches gilt für die Erfassung der Fischfauna in Seen mit Anbindung an Fließgewässer.

Text aus: "Fische in Brandenburg" - Verbreitung und Beschreibung der märkischen Fischfauna.
Mit freundlicher Genehmigung des Institutes für Binnenfischerei Potsdam.



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