Nase, Chondrostoma nasus.

Die Nase, eine typischer Fisch der Barbenregion. Sie gilt in Brandenburg als ausgestorbene Art. Diese Fische wurden in der Krka (Slowenien) gefangen.

Artbeschreibung
Der Körper der Nase ist langgestreckt und seitlich leicht abgeflacht. Seine silbrigglänzende Grundfärbung wird zum Bauch hin fast weiß und auf dem Rücken graugrün. Die Rückenflosse ist grau, alle übrigen Flossen sind rötlich gefärbt. Die Schnauze steht nasenartig hervor (Namensgebung!). Das Maul ist unterständig. Mit ihren geraden, verhornten und sehr scharfen Lippen können Nasen Algen und Aufwuchs vom Substrat abschaben oder -kratzen. Nasen werden in der Regel bis zu 50 cm lang und 1,5 kg schwer, können aber in Einzelfällen auch Längen von über 60 cm und Massen von 2 - 3 kg erreichen .

Biotopansprüche und Lebensweise
Die Nase ist eine typische Fischart rasch fließender Gewässer (rheophil), die bevorzugt die Barbenregion der Fließgewässer besiedelt. Sie lebt bodenorientiert in Schwärmen auf grobkiesigen bis geröllartigen Bodensubstraten. Dort ernährt sie sich von Algen und den darin befindlichen Bodentieren, die vom Substrat abgeraspelt werden. Diese Art der Nahrungsaufnahme verursacht typische, gut sichtbare Kratzspuren auf Steinen und an Spundwänden. Nasen laichen im März/April. Dabei führen sie ausgedehnte Wanderungen (bis über 50 km) innerhalb der Flusssysteme durch und ziehen zum Ablaichen in Schwärmen aus dem Hauptstrom in kleine Nebengewässer. Die Laichplätze befinden sich in stark überströmten, flachen Kiesbänken. Dort werden die klebrigen Eier in flache Laichmulden gelegt.

Bestandsentwicklung
In Brandenburg war die Nase historisch nur im Einzugsgebiet der Oder verbreitet. Das Elbesystem wurde nach heutiger Kenntnis nicht besiedelt. So genannte "Nachweise" aus der Elbe beruhen wahrscheinlich auf namentlichen Verwechslungen mit der Zährte ("Russnase"). Darüber hinaus ist überliefert, dass die Elbfischer vielfach auch Döbel und Hasel als Nasen bezeichneten. Die Nasenbestände der unteren Oder brachen in unserem Jahrhundert in Folge der Anlage von Querverbauungen in den Nebengewässern zusammen. Insbesondere das Neißewehr in Guben verhinderte die Wanderung fortpflanzungsbereiter Fische zu ihrem Hauptlaichgebiet in Brandenburg. Auf Grund ihrer spezifischen Anforderungen an den Laichplatz können Nasen kaum auf Ersatzstrukturen im Hauptstrom ausweichen. Der letzte gesicherte Nachweis einer Nase in Brandenburg stammt aus den 70er Jahren (Oder). Heute muss die Art als verschollen gelten. Eine Wiederbesiedelung des deutschen Oderabschnitts aus polnischen Nebengewässern ist möglich, hingegen ändert diese Eventualität nichts an der Tatsache, dass in Brandenburg kaum geeignete Laichplätze für Nasen vorhanden sind. Im Oberlauf der Elbe (Tschechische Republik) wurden in jüngerer Vergangenheit Nasen ausgesetzt. Ein 1998 in einem Brandenburger Elbabschnitt nachgewiesenes juveniles Einzelexemplar stammt wahrscheinlich aus diesem Besatz. Der aus dem Raum Lenzen gemeldete Fund einer Nase (KÖTHKE, mdl. Mitteilung) konnte nicht überprüft werden.

Text aus: "Fische in Brandenburg" - Verbreitung und Beschreibung der märkischen Fischfauna.
Mit freundlicher Genehmigung des Institutes für Binnenfischerei Potsdam.





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