Bachforelle, Salmo trutta forma fario.

Die Bachforelle ist neben der Äsche die häufigste Salmonidenart Brandenburgs. Sie wird wird in großen Stückzahlen durch ein DAV eigenes Bruthaus erbrütet. In geringen Stückzahlen werden Bachforellen hinzugekauft. Gute Bestände sind in der Plane, Buckau, Rheinsberger Rhin, Dosse, Stepenitz, Dömnitz und Finow zu finden. In der Dosse soll in den nächsten Jahren eine sich selbst reproduzierende Population aufgebaut werden.

Artbeschreibung
Die Bachforelle besitzt einen spindelförmigen Körper. In der Grundfärbung überwiegen gelbliche Braun- und Grautöne, die zu den Flanken hin heller werden und am Bauch ins Gelbe und Weiße übergehen. Auffällig sind die leuchtend roten und von einem hellblauen Rand umgebenen Tupfen auf den Flanken. Auch die Rücken- und Fettflosse sind häufig rot gepunktet. Daneben treten zahlreiche schwarze Punkte am Rücken auf, die unterhalb der Seitenlinie spärlicher werden. Als Jungfisch trägt die Bachforelle, wie der Lachs, die typische Parrzeichnung. Ältere Milchner besitzen einen ausgeprägten Laichhaken. Die Bachforelle gehört zu den kurzlebigen Fischarten und wird nur selten älter als 6 Jahre. In den nahrungsreichen Niederungsbächen Brandenburgs werden dennoch regelmäßig Fische von 2,5 - 3 kg und 60 - 65 cm Länge gefangen.

Biotopansprüche und Lebensweise
Bachforellen gelten als standorttreue Binnenform der Art Salmo trutta und als Leitfisch der nach ihnen benannten Fließgewässerregion. Sie bevorzugen struktur- und gefällereiche, sommerkühle Bäche und kleine Flüsse mit sandig-kiesigem Grund. Die Laichzeit beginnt in den brandenburgischen Gewässern nicht vor November und erreicht im Dezember ihren Höhepunkt. Zur Fortpflanzung suchen die Fische nach kurzer, stromauf gerichteter Wanderung kiesige Bereiche auf. Die bevorzugte Körnung des Laichsubstrates entspricht etwa Haselnuss- bis Hühnereigröße. Das Laichverhalten selbst unterscheidet sich wenig von dem des Lachses, doch sind die Eizahlen mit 400 bis 1 600 Stück je Rogner geringer. Je nach Temperaturverlauf verlassen die Brütlinge das Kiesbett ab Ende März bis Mitte Mai und suchen in Flachwasserbereichen Standplätze hinter oder unter Steinen, Totholz, Wasserpflanzen und überhängendem Uferbewuchs auf, um die sie Reviere bilden und diese gegen andere Fische verteidigen. Die Höhe des Forellenbestandes wird in Niederungsbächen weniger vom Nahrungsangebot, sondern von der Zahl, Güte und Erreichbarkeit der Laichplätze sowie von der Ausdehnung zu Verfügung stehender Jungfischhabitate begrenzt. Die Bachforelle ernährt sich überwiegend von Insekten, Flohkrebsen und anderen Wirbellosen. Mit zunehmendem Alter werden gelegentlich Fische gefressen.

Bestandsentwicklung
Bereits COLER (1599) erwähnt die Bachforelle als eine in der Chur Brandenburg auftretende Fischart. Der Hinweis von ECKSTEIN (1909), dass "... im Belziger Kreise die Forellen unter dem Großen Kurfürsten ausgesetzt worden (sind) ...", kann als Beleg dafür gelten, dass die Art in Brandenburg bereits in früheren Jahrhunderten durch Besatz gefördert, möglicherweise auch weiter verbreitet wurde. Die heutigen Verbreitungsschwerpunkte liegen im Fläming, in der Prignitz und in der Uckermark. Infolge von Abwassereinleitungen, Querverbauungen und großflächigen Meliorisationsmaßnahmen haben seit den 60er-Jahren zahlreiche ehemals gute Forellenbäche ihre Eignung als Lebensraum für die Art teilweise oder völlig verloren. In solchen Gewässern konnte der Bestand, wenn überhaupt, nur durch künstliche Reproduktion und Besatzmaßnahmen erhalten werden. Im Resultat verbesserter Abwasserentsorgung und der sich immer mehr durchsetzenden Extensivierung der Gewässerunterhaltung konnte in den letzten Jahren in einigen ehemals stark beeinträchtigten Gewässern wieder eine natürliche Reproduktion beobachtet werden.

Text aus: "Fische in Brandenburg" - Verbreitung und Beschreibung der märkischen Fischfauna.
Mit freundlicher Genehmigung des Institutes für Binnenfischerei Potsdam.



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