Äsche, Thymallus thymallus.

Die Äsche ist nach der Bachforelle die am weitesten verbreitete Salmonidenart Brandenburgs. Ihr Hauptverbreitungsgebiet ist im Norden Brandenburgs zu finden. Die Stepenitz und die Dömnitz haben einen guten Bestand. Von den Renaturierungsmaßnahmen in der Dosse wird auch diese Art profitieren.

Artbeschreibung
Die Äsche besitzt einen schlanken, spindelförmigen, seitlich mäßig abgeplatteten Körper, der mit mittelgroßen Rundschuppen bedeckt ist. Die Grundfärbung ist bräunlich-grau, an den Flanken mit silbrigem Glanz und einzelnen schwarzen Tupfen in der vorderen Körperhälfte. Wichtigstes Artmerkmal ist die große Rückenflosse ("Fahne"), die dunkelgraue, rötlich-violette und permuttfarbene Streifen aufweist. Beim Milchner ist diese auffällig nach hinten verlängert. Jungfische tragen eine Parrzeichnung. Vom Hautschleim der Äsche geht ein arteigener Geruch aus, der häufig mit dem Duft des Thymians verglichen wurde (wissenschaftlicher Name!). Die Äsche erreicht regelmäßig eine Länge von 35 - 40 cm und ist dann 320 - 480 gr schwer.

Biotopansprüche und Lebensweise
Die Äsche ist der Leitfisch der nach ihr benannten Region fließender Gewässer. Sie bevorzugt rasch strömende, gering belastete, sommerkühle Bäche und kleine Flüsse mit sandig-kiesigem Grund. Die Laichzeit erstreckt sich auf die Monate April und Mai, wobei kurze Laichwanderungen unternommen werden. Bei der Wahl ihrer Laichplätze sind die Äschen durchaus wählerisch und nehmen, zumal in Niederungsbächen, häufig nur eine oder wenige Stellen zum Laichen an. Werden diese durch Anstau oder Versandung beeinträchtigt oder von Querverbauungen abgeschnitten, hat dies nicht selten den Zusammenbruch der Population zur Folge. Das Laichverhalten ähnelt dem der Bachforelle. Die Brut schlüpft nach zwei bis vier Wochen und verlässt bereits kurze Zeit später das schützende Kiesbett, um sich zunächst mit der Strömung treiben zu lassen. Junge Äschen leben in Schwärmen, die oft mehrere Altersklassen umfassen und sich mit zunehmender Größe der Fische in kleinere Trupps auflösen. Ältere Fische sind Einzelgänger. Äschen ernähren sich überwiegend von Kleinkrebsen und Insekten in verschiedenen Entwicklungsstadien, gelegentlich wird auch Fischbrut verzehrt.

Bestandsentwicklung
Obwohl die Äsche in linksseitigen Nebenflüssen der Elbe (Lüneburger Heide) wie auch in rechtsseitigen Zuflüssen der Oder (polnisches Einzugsgebiet der Warthe/Netze) in autochthonen Beständen vorkommt, fehlte sie offenbar in historischer Zeit im nördlichen Brandenburg. Für den Süden des Landes ist von Interesse, dass die Spree unterhalb Bautzens wie auch die sächsische Neiße früher sehr reich an Äschen gewesen sein sollen, wobei nicht belegt ist, ob auch Brandenburger Gebiet besiedelt wurde. Die heutigen Vorkommen der Äsche im Land Brandenburg sind im Ergebnis von Besatzmaßnahmen entstanden. Nach PLOMANN (1997) waren um das Jahr 1970 die Äschenvorkommen im Gebiet der heutigen neuen Bundesländer bereits stark bedroht bzw. erloschen. Der Deutsche Anglerverband versuchte deshalb, durch Besatz mit Fischen aus Thüringen der Äsche in Niederungsbächen Mecklenburgs und Brandenburgs neue Lebensräume zu erschließen. In der Stepenitz und im Rheinsberger Rhin konnten sich bereits nach dem Erstbesatz reproduzierende Bestände etablieren, die im Falle der Stepenitz Ausbreitungstendenzen zeigen. Im Rheinsberger Rhin ist seit 1990 ein starker Bestandsrückgang zu verzeichnen, die natürliche Reproduktion kam faktisch zum Erliegen. Seit 1992 gibt es Bemühungen des Landesanglerverbandes, die Äsche in weiteren Brandenburger Niederungsbächen heimisch zu machen.

Text aus: "Fische in Brandenburg" - Verbreitung und Beschreibung der märkischen Fischfauna.
Mit freundlicher Genehmigung des Institutes für Binnenfischerei Potsdam.



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