Regenbogenforelle, Oncorhynchus mykiss.

Die Regenbogenforelle wird in Brandenburg schon seit 10 Jahren nicht mehr besetzt. Zufallsfänge von aus Fischereibetrieben ausgerissenen Fischen sind in der Plane möglich. In den 60er Jahren gab es im Verlorenenwasserbach einen sich selbst reproduzierenden Bestand.

Artbeschreibung
Der Körperbau der Regenbogenforelle gleicht dem der Bachforelle. In der Grundfärbung überwiegen bläuliche bis hellolivfarbene Grautöne. Entlang der Seitenlinie verläuft ein rosa irisierendes Band (Name!), auch die Kiemendeckel schimmern rosa. Der gesamte Körper, mit Ausnahme des Bauches, ist mit schwarzen Tupfen übersät. Auf den Brust- und Bauchflossen sowie der Afterflosse sind diese seltener und meist auf die Basis und auf den Vorderrand beschränkt. Die Jungfische zeigen die typische Parrzeichnung der Salmoniden. Ältere Milchner besitzen einen ausgeprägten Laichhaken. Lebenserwartung und Wachstum in natürlichen Gewässern entsprechen in etwa denen der Bachforelle.

Biotopansprüche und Lebensweise
Die Regenbogenforelle, die systematisch den Pazifiklachsen zugeordnet wird, ist ursprünglich im westlichen Nordamerika beheimatet. Ähnlich der europäischen Art Salmo trutta tritt sie in verschiedenen Standortvarietäten auf und bildet sowohl anadrome als auch stationäre Populationen. Nach Deutschland wurde die Regenbogenforelle in den 80er-Jahren des 19. Jahrhunderts eingeführt und erlangte sehr bald einen hohen Stellenwert als Objekt der Teichwirtschaft und Fischzucht. Die Art toleriert im Vergleich zur Bachforelle höhere Wassertemperaturen und niedrigere Sauerstoffgehalte. Sie zeigt ein weniger ausgeprägtes Revierverhalten, lässt sich unter Aquakulturbedingungen besser füttern und zeichnet sich durch eine kürzere Embryonalentwicklung aus. In natürlichen Gewässern Brandenburgs erfüllte die Regenbogenforelle die ursprünglich in sie gesetzten Erwartungen nicht. Bei Aussetzungen wurden vielfach Satzfische aus der Kreuzung anadromer und stationärer Stämme verwendet, deren Nachkommen häufig eine starke Neigung zur Abwanderung ins Meer zeigten. Dadurch kam es nur sehr selten zur Bildung von sich selbst reproduzierenden Beständen. Wo dies doch einmal der Fall war, laichten die Fische, je nach Herkunft und Grad der züchterischen Beeinflussung, von Oktober bis Mai. Das Laichgeschäft verläuft ähnlich dem der Bachforelle. Die Regenbogenforelle ernährt sich überwiegend von Insekten, Krebstieren und anderen Wirbellosen, gelegentlich werden auch Fische gefressen.

Bestandsentwicklung
Als eine von Anglern sehr geschätzte Beute wurde die Regenbogenforelle in der Vergangenheit häufiger in natürliche Gewässer eingesetzt, doch entwickelten sich daraus kaum stabile Bestände. Nach BAASKE (1998) existierte bis in die 60er-Jahre im Verlorenwasserbach (Fläming) ein nichtwandernder, frühjahrslaichender Bestand, der sich natürlich fortpflanzte. Dieser wurde durch eine Gülleeinleitung vernichtet. Bei den heute in den natürlichen Gewässern Brandenburgs anzutreffenden Regenbogenforellen handelt es sich überwiegend um aus Teichwirtschaften und Aquakulturanlagen entwichene Exemplare. Der Landesanglerverband Brandenburg verzichtet bis 2000 auf das bis dahin in ausgewählten Angelgewässern übliche Aussetzen von Regenbogenforellen.

Text aus: "Fische in Brandenburg" - Verbreitung und Beschreibung der märkischen Fischfauna.
Mit freundlicher Genehmigung des Institutes für Binnenfischerei Potsdam.



-- STARTSEITE --
© 2002 - 2007 www.farioev.de