Bachsaibling, Salvelinus fontinalis.

Der Amerikaner wird in Brandenburger Gewässer nicht besetzt. Dieses schöne Exemplar wurde in der Plane, unterhalb einer Fischzucht gefangen.

Artbeschreibung
Der Bachsaibling hat einen spindelförmigen Körper, der Rücken ist auf olivfarbenem Grund gelblich marmoriert. Die Flanken sind mit zahlreichen gelben Tupfen übersät. Daneben treten im Bereich der Seitenlinie kleine leuchtend rote Punkte auf, die von einem blauen Hof umgeben sind. Zum Bauch hin geht die Färbung in ein schmutziges Rosa (Rogner) bis leuchtendes Orangerot (Milchner) über. Die Afterflosse und die Brust- und Bauchflossen sind ebenfalls rosa bis orangerot gefärbt und tragen am Vorderrand jeweils einen weißen, dahinter einen schwarzen Streifen. Während der Laichzeit ist die Färbung besonders intensiv. Vor allem die Männchen wirken dann geradezu "bunt". Geschlechtsreife Milchner besitzen einen Laichhaken. Die Jungfische tragen die für Salmoniden typischen Parrflecken. In Brandenburg wird der Bachsaibling in natürlichen Gewässern selten größer als 35 cm.

Biotopansprüche und Lebensweise
Der Bachsaibling ist ursprünglich im nordöstlichen Nordamerika beheimatet, wo er Seen und kleinere Fließgewässer bewohnt. Die Art wurde in den 80er-Jahren des 19. Jahrhunderts gemeinsam mit der Regenbogenforelle in Deutschland eingebürgert, erreichte jedoch nie deren wirtschaftliche Bedeutung. Im Vergleich zur Bachforelle toleriert der Bachsaibling geringere Sauerstoffgehalte und niedrigere pH-Werte, wobei seine Empfindlichkeit gegenüber höheren Wassertemperaturen seiner Verbreitung in natürlichen Gewässern enge Grenzen setzt. In der Literatur wird häufig behauptet, die Art könne auch strukturarme und begradigte Gewässer besiedeln. Dass dies nur bedingt zutrifft zeigt die Tatsache, dass in Nordamerika zahlreiche Methoden zur Strukturverbesserung von Bächen gerade an Bachsaiblingsgewässern entwickelt und erfolgreich angewandt wurden. Bachsaiblinge werden bereits im 2. Lebensjahr bei einer Länge von 15 - 20 cm fortpflanzungsfähig. Das Laichgeschäft findet zumeist Mitte Oktober bis Mitte Dezember statt. In Bezug auf die Ernährung unterscheidet sich die Art wenig von der Bachforelle.

Bestandsentwicklung
Über die Bestandsentwicklung des Bachsaiblings seit seiner Einbürgerung in Brandenburg ist wenig bekannt. ECKSTEIN (1909) nennt ein Vorkommen im Mühlenfließ, einem Zufluss der Kleinen Elster im Kreis Luckau. BAASKE (1998) berichtet von reproduzierenden Beständen im Quellgebiet der Nieplitz sowie im Baitzer und Fredersdorfer Bach, die jedoch bereits in den 60er-Jahren durch Gülleeinleitungen vernichtet wurden. Seit 1990 hat der Bachsaibling in der Aquakultur des Landes Brandenburg erheblich an Bedeutung gewonnen. Zurückzuführen ist dies auf die relative Unempfindlichkeit der Art gegenüber den inzwischen weit verbreiteten Erkrankungen der Regenbogenforelle. Bei den heute in Brandenburg in natürlichen Gewässern gelegentlich anzutreffenden Bachsaiblingen handelt es sich überwiegend um aus Aquakulturanlagen und Teichen entwichene Exemplare.

Text aus: "Fische in Brandenburg" - Verbreitung und Beschreibung der märkischen Fischfauna.
Mit freundlicher Genehmigung des Institutes für Binnenfischerei Potsdam.



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