Hecht, Esox lucius.

Der Hecht ist ein weit verbreiteter Raubfisch. Seine Bestände haben in Gewässern, die in den letzten Jahren nährstoffärmer und klarer geworden sind, zugenommen. Trotzdem ist es nicht einfach einen "Großen" zu erwischen.

Artbeschreibung
Der Hecht hat einen überwiegend grünlich gefärbten, langgestreckten, seitlich leicht abgeflachten Körper. Die Rückenflosse ist weit nach hinten versetzt und bildet zusammen mit After- und Schwanzflosse ein kräftiges "Ruderblatt". Sein entenschnabelförmiges Maul ist mit zahlreichen kräftigen, leicht nach hinten gebogenen Zähnen besetzt. Hecht werden in der Regel bis zu 15 Jahren alt. Sie erreichen dabei eine Länge von rund einem Meter und 10 kg Masse. In Ausnahmefällen können sie bis 1,5 m lang und über 20 kg schwer werden.

Biotopansprüche und Lebensweise
Der Hecht ist ein Lauerräuber, der seine Beute durch rasche Vorstöße aus der Deckung überrascht. Er wagt sich dabei an alle Beutegrößen, die er nur irgendwie bewältigen kann. Unmittelbar nach dem Schlupf sind das Planktonkrebse, aber schon sehr früh wechseln Junghechte zur Fischnahrung. Dabei machen sie auch vor Artgenossen nicht Halt. Hechte halten sich bevorzugt in pflanzen- und strukturreichen Uferbereichen klarer, stehender bzw. langsam fließender Gewässer auf. Ihre Häufigkeit in einem Gewässer wird neben geeigneten Habitaten zur Reproduktion entscheidend von der zur Verfügung stehenden Einstandsfläche (Schwimmblatt- und Unterwasserpflanzen, Röhrichte, überhängende Büsche, Totholz) bestimmt. Überbestände regulieren sich durch Kannibalismus rasch selbst. Unter den klimatischen Bedingungen Brandenburgs laicht der Hecht von Ende Februar bis Anfang Mai, wenn die Wassertemperatur auf über 10 C ansteigt. Die Eier werden bevorzugt auf überschwemmten Wiesen, aber auch an ufernahen Wasserpflanzen abgelegt.

Bestandsentwicklung
Hechte sind in Brandenburg weit verbreitet. Ihre zahlreichen Vorkommen haben allerdings mitunter nur eine geringe Bestandsgröße und werden z. T. durch Besatz gestützt. Gegenüber historischen Fangangaben haben die Hechterträge abgenommen. Hauptgefährdungsursachen sind zum einen Fließwasserregulierungen und eine damit verbundene Monotonisierung der Uferstrukturen sowie das Ausbleiben von Überschwemmungen. Dadurch gehen nicht nur potenzielle Einstandsflächen, sondern vor allem Laichgebiete verloren. Zum anderen war in vielen Gewässern mit der eutrophierungsbedingten Verringerung der Sichttiefe in der Vergangenheit ein Rückgang von höheren Wasserpflanzen zu verzeichnen. Die charakteristischen Hecht-Schlei-Seen (kleine bis mittelgroße, flache, pflanzenreiche, klare Gewässer) sind ein stark gefährdeter Biotop. Da sich Hechte bei der Nahrungsauswahl überwiegend optisch orientieren, wirken sich geringe Sichttiefen ebenfalls nachteilig auf den Beutefangerfolg aus. In solchen Gewässern wurde der Hecht oft vom Zander verdrängt. In den letzten Jahren scheint diese Tendenz jedoch zum Stillstand gekommen zu sein. Zunehmende Sichttiefen und Unterwasserpflanzenbestände in Seen geben zu der Hoffnung Anlass, dass den Hechten bei konsequent fortgeführtem Schutz der Gewässereinzugsgebiete wieder mehr Lebensraum zur Verfügung steht. Hechte sind beliebte Angelfische und besitzen für die Berufsfischerei hohe wirtschaftliche Bedeutung, obwohl sie in einigen Regionen heute weniger nachgefragt werden als in der Vergangenheit.

Text aus: "Fische in Brandenburg" - Verbreitung und Beschreibung der märkischen Fischfauna.
Mit freundlicher Genehmigung des Institutes für Binnenfischerei Potsdam.



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