Barsch, Perca fluviatilis.

Barsche sind in fast allen Gewässern Brandenburgs heimisch. Dieses Exemplar wurde jedoch im Jasmunder Bodden gefangen.

Artbeschreibung
Wie alle Perciden verfügt der Barsch über zwei Rückenflossen, von denen die erste ausschließlich durch Stachelstrahlen gestützt wird, die zweite, zur Schwanzflosse hin gelegene, durch Weichstrahlen. Seine Körperform ist variabel, meist gedrungen und leicht hochrückig. Kopf und Maul sind im Verhältnis zum Körper relativ groß. Die Grundfärbung ist blaugrau bis dunkelgrün, zum Bauch hin in Gelbtöne übergehend. Über die Flanken erstrecken sich 6 - 9 dunkle Querbinden. Rücken- und Schwanzflosse sind dunkelgrau, Afterflosse und die paarigen Flossen überwiegend rötlich. Barsche können älter als 10 Jahre werden, bis 50 cm Länge und 3 - 4 kg Masse erreichen. Sie bleiben allerdings in den meisten Gewässern kleinwüchsig und werden dort selten bis 30 cm lang.

Biotopansprüche und Lebensweise
Barsche besiedeln erfolgreich fast alle Gewässertypen und -regionen, bevorzugen aber pflanzenreiche Gewässerabschnitte. Lediglich Sauerstoffmangel können sie nicht ertragen und fehlen daher in kleinen, nährstoffreichen Tümpeln mit zeitweiligem Sauerstoffdefizit. Sie besitzen ein breites Nahrungsspektrum, ernähren sich aber überwiegend von wirbellosen Organismen (Insektenlarven), Krebsen und Fischen. Während sich die Jungfische dazu überwiegend in Ufer- und Gelegenähe aufhalten, wandern ältere Exemplare nach Möglichkeit ins Freiwasser und finden an "Barschbergen" und Bodenwellen bevorzugte Einstandsgebiete. Besonders im Spätsommer und Herbst sind dann vornehmlich im Oberflächenbereich größerer Seen Barschschwärme bei der Jagd auf Kleinfische zu beobachten. Der Barsch ist im Hinblick auf Wasserqualität, Strömung sowie Laichsubstrat ausgesprochen anpassungsfähig und zeigt keine Präferenzen oder Spezialisierungen. Er kann sich deshalb auch in monoton ausgebauten Kanälen erfolgreich reproduzieren. Im März heftet er seine Laichschnüre an feste Substrate wie Holz und Steine. Erwähnenswert ist die hohe Toleranz gegenüber niedrigen pH-Werten. Barsche ertragen schwach saure Verhältnisse bis pH 4 und sind daher in den versauerten Seen Skandinaviens oder auch in sauren Moorseen oft die einzigen Bewohner.

Bestandsentwicklung
Barsche waren und sind in allen Brandenburger Gewässern heimisch und weit verbreitet. Die Bestände sind stabil, Gefährdungen sind zur Zeit nicht absehbar. Historische Artnachweise belegen, dass sich das Verbreitungsgebiet des Barsches in Brandenburg eher ausgedehnt hat. Interessanterweise sind die Häufigkeiten in strukturreichen Gewässern deutlich niedriger als in monoton ausgebauten Kanälen. Eine negative Korrelation zwischen der Höhe des Barschbestandes und der strukturellen Vielfalt eines Gewässers wurde nachgewiesen, was auf eine im Vergleich zu anderen Fischarten überdurchschnittliche Anpassungsfähigkeit an anthropogene Einflüsse hindeutet. Barsche haben eine gewisse wirtschaftliche Bedeutung, wenn auch die Zahl der Seen, in denen sie in nennenswerten Mengen marktfähige Größen erreichen, gering ist. Darüber hinaus ist der Barsch ein beliebter Angelfisch.

Text aus: "Fische in Brandenburg" - Verbreitung und Beschreibung der märkischen Fischfauna.
Mit freundlicher Genehmigung des Institutes für Binnenfischerei Potsdam.



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