Blei, Abramis brama.

Auch Bleie lassen sich mit der Fliegenrute überlisten.

Artbeschreibung
Der Blei lebt bodenorientiert und ernährt sich überwiegend von wirbellosen Tieren wie Chironomidenlarven und Schlammröhrenwürmern. An diese Ernährungsweise ist er durch sein unterständiges, vorgestülptes Maul und die hochrückige, seitlich abgeflachte Körperform, die ein exaktes Manövrieren in der Strömung ermöglicht, hervorragend angepasst. Die Färbung reicht von silbergrau bis bronzefarben. Im Unterschied zur Güster ist der Augendurchmesser kleiner als die Länge der Maulspalte und die Brustflossen reichen bis zum Ansatz der Bauchflossen. Alle Flossen sind dunkelgrau. Bleie können bis zu 15 Jahren alt werden und dabei Längen von 60 cm und Massen bis zu 4 kg erreichen.

Biotopansprüche und Lebensweise
Der euryöke Blei ist die Leitfischart des Unterlaufs größerer Fließgewässer (Bleiregion). Er lebt in Schwärmen und bevorzugt nährstoffreiche, langsam fließende oder stehende Gewässer mit schlammigem Grund. Aber auch in hartgründigen Seen mit geringer Trophie ist er zu finden. Die Laichzeit des Bleis beginnt Anfang bis Mitte Mai und dauert selten länger als zwei Wochen. Bei plötzlichem Wetterumschwung wird das Laichgeschäft unterbrochen und später fortgesetzt. Die Eier werden bevorzugt an Wasserpflanzen abgelegt. Wenn diese fehlen, wird auf andere feste Substrate wie Wurzeln oder Steine ausgewichen. Die Eizahl kann bei größeren Rognern bis zum 300 000 Stück betragen. Bei Wassertemperaturen von 18 bis 20 C dauert es nur 3 Tage, bis die Larven schlüpfen. Besonders in flachen und nährstoffreichen Seen Norddeutschlands führt das enorme Vermehrungspotenzial des Bleis zu Massenentwicklungen, die dann oftmals mit stagnierendem Individualwachstum verbunden sind ("Verbuttung").

Bestandsentwicklung
Bleie wurden bereits im Mittelalter als häufige Fischart Brandenburgs beschrieben und sind heute in nahezu allen Brandenburger Fließgewässern und Seen präsent, wobei sie vor allem in urbanen Gewässern zu starken Bestandsentwicklungen neigen. Gefährdungsursachen für den Blei sind gegenwärtig nicht absehbar, da er sich an anthropogene Gewässerbeeinflussungen, insbesondere an hohe Nährstofffrachten und ihre Folgen, gut anpassen kann. Es wurde wiederholt beobachtet, dass regelmäßig ganze Jahrgänge des Bleis ausfallen, d. h. die Jungfische den ersten Winter nicht überleben. Diese Ausfälle, deren Ursachen noch nicht restlos geklärt, aber höchstwahrscheinlich ernährungsbedingt sind, gehören zur natürlichen Populationsregulation der Art und gefährden ihren Fortbestand nicht. Gegenüber historischen Angaben ist vor allem ein Verlust der wirtschaftlichen Bedeutung des Bleis zu konstatieren. Noch vor einigen Jahrzehnten "Brotfisch" des Fischers, sind Bleie heute auf Grund ihres grätenreiches Fleisches nicht mehr absetzbar.

Text aus: "Fische in Brandenburg" - Verbreitung und Beschreibung der märkischen Fischfauna.
Mit freundlicher Genehmigung des Institutes für Binnenfischerei Potsdam.



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