Meerforelle, Salmo trutta forma trutta.

Lachs und Meerforellen NEWS vom Herbst 2002!!! Infos und Bilder.

Artbeschreibung
Im Vergleich zum Lachs wirkt der Körperbau der sehr ähnlichen Meerforelle gedrungener, der Schwanzstiel ist deutlich kräftiger, der Hinterrand der Schwanzflosse gerade. Die Maulspalte reicht über den Hinterrand des Auges hinaus. Während des Meeresaufenthaltes entspricht die Grundfärbung der des Lachses. Im Unterschied zu diesem besitzt die Meerforelle aber auch im hinteren Teil des Körpers und unterhalb der Seitenlinie zahlreiche schwarze Flecken, die nicht selten auch die Rückenflosse und die Fettflosse zieren. Im Süßwasser ähnelt das Erscheinungsbild mit zunehmender Aufenthaltsdauer dem der Bachforelle. Die Meerforelle besitzt jedoch an Stelle der leuchtend roten Tupfen rostfarbene Flecken, deren helle Umrandung weniger deutlich hervortritt oder ganz fehlt. Meerforellen werden nicht selten 10 Jahre alt und erreichen bei einer Länge von einem Meter ein Gewicht von 10 kg.


Biotopansprüche und Lebensweise
Die Meerforelle, die als Stammform der Art Salmo trutta gilt, ist ein anadromer Wanderfisch des Nordatlantiks, einschließlich der Nord- und Ostsee. Ihr Lebenszyklus ähnelt dem des Lachses. Im Meer lebt die Meerforelle überwiegend küstennah und ernährt sich von Fischen, Würmern und Krebstieren. Im Gegensatz zum Lachs steigt sie seltener bis in die Oberläufe der Ströme auf, sondern nimmt bereits im Bereich der Unter- und Mittelläufe geeignete Nebengewässer zum Laichen an. In deutschen Flüssen erfolgt der Aufstieg in zwei Hauptzügen, Ende Juni/Anfang Juli sowie im Oktober/November. Wie der Lachs verfügt auch die Meerforelle über einen ausgeprägten Heimatinstinkt, der sie zum Laichen in den Bach ihrer Jugend zurückführt. Hinsichtlich der eigentlichen Fortpflanzung und der Lebensweise der Jungfische bis zum Parrstadium unterscheidet sich die Meerforelle nicht von der Bachforelle. Im norddeutschen Raum wandern die jungen Meerforellen zumeist nach einjährigem Süßwasseraufenthalt bei einer Länge von 12 - 18 cm in die Küstengewässer ab.

Bestandsentwicklung
Anders als der Lachs war die Meerforelle sowohl im Flusssystem der Oder wie auch der Elbe nie ganz verschollen. Historische Angaben über das Vorkommen der Art in Brandenburg sind dennoch spärlich. Wegen der großen Ähnlichkeit der verschiedenen Entwicklungsstadien der Meerforelle mit dem Lachs einerseits und der Bachforelle andererseits verwundert dies nicht. Obwohl schon COLER (1599) die Meerforelle als Fischart der Chur Brandenburg erwähnte und vom Lachs und der Bachforelle unterschied, wird die Art von der Erwerbsfischerei bis heute überwiegend als "Lachs" gefangen und vermarktet. In der Oder soll die Meerforelle die selben Wanderungen unternommen haben wie der Lachs, wurde aber seltener gefangen. Auch die Laichplätze lagen überwiegend im Flussgebiet der Netze, also außerhalb des heutigen Landes Brandenburg. In der mittleren Elbe suchte die Meerforelle nach Angaben von BAUCH (1954) kleine, saubere Nebenbäche zum Laichen auf. Für die Ostprignitz berichtet ECKSTEIN (1908) vom Auftreten der Meerforelle in der Beek bei Dannenwalde, einem Zufluss der Karthane. Bei den Bestandserhebungen im Rahmen des vorliegenden Artenkatasters wurden aktuelle Nachweise aus der Oder (regelmäßige Fänge polnischer Fischer) sowie Einzelfunde aus dem Bereich der Havelmündung gemeldet.

Text aus: "Fische in Brandenburg" - Verbreitung und Beschreibung der märkischen Fischfauna.
Mit freundlicher Genehmigung des Institutes für Binnenfischerei Potsdam.



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