Rapfen, Aspius aspius.

Der "zahnlose" Raubfisch ist in brandenburger Gewässern weit verbreitet. In Spree, Havel, Dahme und Oder finden Fliegenfischer viele Möglichkeiten diesen oberflächenorientierten Cypriniden zu überlisten.

Artbeschreibung
Der Rapfen ist ein silbrig glänzender Fisch mit einem langgestreckten seitlich abgeflachten Körper. Rücken und Flossen sind dunkel. Besonders bei jungen Exemplaren können die paarigen Flossen am Ansatz auch rötlich ein. Sein zahnloses Maul ist leicht oberständig und tief gespalten. Die Maulspalte reicht bis unter die Augen, was den Rapfen von allen anderen einheimischen Karpfenfischen unterscheidet. Rapfen werden bis 15 Jahre alt, 70 - 80 cm lang und bis 7 kg schwer.

Biotopansprüche und Lebensweise
Der Rapfen ist ein Fisch der Freiwasserregion großer Fließgewässer und ihrer seenartigen Erweiterungen. Er lebt oberflächenorientiert. Innerhalb der heimischen Karpfenfische ist er der einzige Vertreter, der sich adult fast ausschließlich von Fischen ernährt. Seine Hauptbeute sind Ukeleis, wobei er aber auch andere kleine Wirbeltiere wie Frösche nicht verschmäht. Rapfen laichen im März über grobkiesigen Substraten. Die Larven leben bis zur Schwimm- und Fressfähigkeit im Interstitial (Zwischenräume des Bodensubstrates). Über Biologie und Ökologie dieser Fischart ist vergleichsweise wenig bekannt. Dies ist darauf zurückzuführen, dass Rapfen aufgrund ihres bevorzugten Aufenthalts im Freiwasser großer Ströme verhältnismäßig schwer zu fangen und zu beobachten sind. Darüber hinaus sind Rapfen unter Aquarienbedingungen nur mit sehr hohem Aufwand zu halten und zu untersuchen.

Bestandsentwicklung
Rapfenvorkommen konzentrieren sich in den großen Fließgewässern und ihren seenartigen Erweiterungen. Da Rapfen noch stärker als Alande auf großflächige Fließgewässerabschnitte angewiesen sind, werden sie weitaus seltener als jene in Neben- und Altgewässern nachgewiesen. In Brandenburg sind Rapfen in allen Flussseen, Fließgewässern und Kanälen präsent. Ihre Bestandsentwicklung ist nur schwer einzuschätzen, da sie in der Regel nicht repräsentativ befischt werden. Untersuchungen in jüngerer Vergangenheit vermitteln den Eindruck, dass die Bestände des Rapfens zunehmen. Analog zum Aland scheint sich insbesondere die verbesserte Wasserqualität positiv auf die Bestandsentwicklung auszuwirken. Das norddeutsche Tiefland ist das Hauptverbreitungsgebiet des Rapfens, woraus sich wiederum die überregionale Verantwortung Brandenburgs für den bundesweiten Erhalt dieser Art ableitet. Für die Berufsfischerei ist der Rapfen von geringer, in einigen Regionen jedoch von zunehmender Bedeutung. Angelfischereilich gilt er als interessante Art.

Text aus: "Fische in Brandenburg" - Verbreitung und Beschreibung der märkischen Fischfauna.
Mit freundlicher Genehmigung des Institutes für Binnenfischerei Potsdam.



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