Rotfeder, Scardinius erythrophtalmus.

Die Rotfeder ist in Brandenburg weit verbreitet. An wasserpflanzenreichen Uferkanten lassen sich die gesellig lebenden Cypriniden gut mit der Trockenfliege befischen.

Artbeschreibung
Rotfedern haben einen gedrungenen, relativ hochrückigen und seitlich abgeflachten Körper. Ihre Schuppen sind messingfarben, die Flossen intensiv rot. Weiteres Kennzeichen ist ihr stark oberständiges Maul. Von der ähnlichen Plötze ("Rotauge") sind Rotfedern vor allem durch eine goldgelbe Iris sowie einen weit hinter den Beginn der Bauchflossen verschobenen Ansatz der Rückenflosse zu unterscheiden. Daneben ist ihr Bauch mit Kielschuppen besetzt. Rotfedern können Maximallängen bis 40 cm erreichen und sind dann über 1 kg schwer. Meistens bleiben sie aber kleiner und werden kaum 25 cm lang.

Biotopansprüche und Lebensweise
Die Rotfeder lebt oberflächenorientiert in Schwärmen und bevorzugt krautreiche Stillgewässer. Sie ist in mehrerer Hinsicht auf das Vorkommen von Unterwasserpflanzen angewiesen. Einerseits nutzt sie diese als Laichsubstrat (Anheftung der Eier im Juni/Juli an Wasserpflanzen) und Deckung für die heranwachsende Brut. Andererseits ernährt sie sich von weichblättrigen Pflanzen und Aufwuchsalgen, nimmt aber auch Zooplankton, Insektenlarven und Anflug von der Wasseroberfläche auf. Rotfedern tolerieren sehr geringe Sauerstoffgehalte des Wassers, weshalb sie häufig in Vergesellschaften mit Karauschen und Schleien kleine Tümpel, Weiher und Teiche besiedeln. Hier erreichen sie oft hohe Bestandsdichten und neigen beim Fehlen von Raubfischen zur Kleinwüchsigkeit.

Bestandsentwicklung
Historische Nachweise der Rotfeder in der Brandenburger Region sind ausschließlich qualitativer Natur, da sie für die Fischer stets von untergeordnetem Interesse waren und daher nicht separat im Fang erfasst wurden. In Aufzeichnungen aus dem 16. und 17. Jahrhundert wird die Rotfeder in Brandenburg als "... ebenso weit verbreitet wie die Plötze ..." beschrieben. Heute bildet sie vielerorts stabile Bestände und ist in der gesamten Region nachweisbar. Ihre weite Verbreitung auch in anthropogen stark beeinträchtigten Gewässern ist auf die Anspruchslosigkeit bezüglich der Wasserqualität zurückzuführen. Befürchtungen, dass ihre Bestände in den zurückliegenden Jahren unter der eutrophierungsbedingten Abnahme von Unterwasserpflanzen gelitten hätten, haben sich bisher nicht bestätigt. Mit der in letzter Zeit zu beobachtenden Rückkehr untergetauchter Flora in ehemals pflanzenreichen, aber durch übermäßige Nährstoffzufuhr zwischenzeitlich weitgehend krautfrei gewordenen Seen sollte die Art eine weitere Absicherung erfahren. In der kommerziellen Fischerei ist die Rotfeder ohne Bedeutung.

Text aus: "Fische in Brandenburg" - Verbreitung und Beschreibung der märkischen Fischfauna.
Mit freundlicher Genehmigung des Institutes für Binnenfischerei Potsdam.



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