Döbel, Leuciscus cephalus.

Ein kapitaler Döbel ist nicht einfach zu überlisten. Der Döbel ist in den großen Flußsystemen Brandenburgs heimisch aber auch in kleinen Fließgewässern. Diese "Secret Spots" wollen noch erforscht werden.

Artbeschreibung
Der Döbel hat einen langgestreckten, drehrunden Körper und einen breiten Kopf mit einem großen, endständigen Maul. Der Rücken ist graugrün gefärbt, die Seiten schimmern gelblich bis silbern. Auffällig sind seine großen Schuppen mit dunklem Rand, die auf den Körperseiten eine deutliche Netzzeichnung entstehen lassen. Von Aland und Hasel lassen sich Döbel u. a. anhand ihrer Afterflosse unterscheiden. Ihr äußerer Rand ist beim Döbel nach außen gewölbt (konvex), bei den beiden anderen Arten nach innen (konkav). Döbel werden 8 bis 10 Jahre alt und erreichen bei maximal 70 cm Körperlänge Massen von 3 bis 5 kg.

Biotopansprüche und Lebensweise
Döbel sind Allesfresser, die sowohl pflanzliche Nahrung als auch wirbellose Organismen und kleine Fische aufnehmen. Große Exemplare ernähren sich überwiegend räuberisch. Mit 2 bis 4 Jahren werden Döbel geschlechtsreif. Das Ablaichen erfolgt in mehreren Laichschüben zwischen Ende Mai und Mitte Juli. Zur Eiablage benötigen Döbel grobkiesiges Bodensubstrat, wobei auch allochthone Substrate wie Schotter angenommen werden. Die Larven leben nach dem Schlupf ebenfalls bodenorientiert. Deshalb können Döbel auch als Indikator für ein "sauberes", nicht verschlammtes Flussbett gelten.

Bestandsentwicklung
Der Döbel ist ein typischer Fisch rasch fließender Gewässer (hauptsächlich in der Barben-, aber auch bis in die Äschenregion verbreitet). In Brandenburg fehlt dieser Fließgewässertyp weitgehend, weshalb auch die Zahl der Döbelvorkommen beschränkt ist. Verbreitungsschwerpunkte konzentrieren sich auf kleinere Fließgewässer. Die historische Verbreitung des Döbels überstieg die heutige um ein Vielfaches bezüglich Präsenz und Häufigkeit der Art. Döbel sind aufgrund ihrer Präferenz für grobkiesige bis schotterige Laichsubstrate stark durch wasserbauliche Maßnahmen gefährdet, welche die Fließgeschwindigkeit des Wassers verringern (z. B. Querbauwerke). Dies führt zu einer verstärkten Sedimentation von Schwebstoffen und damit zur Verschlammung und Vernichtung der Laichgründe. Interessant ist in diesem Zusammenhang die Abgrenzung der bevorzugten Lebensräume von Döbel und Aland. Während Döbel in kleinen Fließgewässern starke Bestände bilden, sind sie in großen Fließgewässern deutlich seltener als Alande und in seenartigen Erweiterungen und Kanälen nur sehr selten nachzuweisen. Für die kommerzielle Fischerei besitzen Döbel auf Grund ihres grätenreichen Fleisches keine Bedeutung, sie sind aber eine beliebte Beute der Angelfischerei.

Text aus: "Fische in Brandenburg" - Verbreitung und Beschreibung der märkischen Fischfauna.
Mit freundlicher Genehmigung des Institutes für Binnenfischerei Potsdam.



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