Lachs, Salmo salar.

Salmo salar, der Atlantische Lachs. Ein Exemplar aus dem Wiedereinbürgerungsprogramm der Stepenitz. Herbst 2002.

Lachs und Meerforellen NEWS vom Herbst 2002!!! Bilder und Infos.


Artbeschreibung
Der Lachs besitzt einen spindelförmigen Körper mit einem im Verhältnis zur Körpergröße kleinen Kopf. Der Schwanzstiel ist schlank, die Schwanzflosse deutlich eingebuchtet. Während seines Meeresaufenthaltes ist der Rücken grünlich dunkelgrau bis blaugrau gefärbt, die Flanken glänzen silbrig, der Bauch ist weiß. Einzelne runde bis x-förmige schwarze Flecken finden sich vorwiegend im vorderen Teil des Rumpfes oberhalb der Seitenlinie und auf dem Kiemendeckel. Geschlechtsreife Lachse färben sich im Süßwasser mit zunehmender Aufenthaltsdauer dunkler. In der Grundfärbung überwiegen dann Braun- und Grautöne. Zusätzlich treten, insbesondere bei Milchnern, zahlreiche hell umrandete rote Flecken auf. Beim männlichen Lachs bildet sich am Unterkiefer ein nach oben und rückwärts gekrümmter knorpeliger Fortsatz (Laichhaken). Junglachse (Parrs) tragen entlang der Seitenlinie 9 - 11 große dunkle Flecken, zwischen denen oft kleinere rote Tupfen sichtbar sind. Von jungen Bach- und Meerforellen unterscheiden sich die Junglachse durch den schlankeren Körper, die auffällig großen Brustflossen, die deutlich gegabelte Schwanzflosse sowie die Fettflosse, die niemals rot gefärbt ist. Die Maulspalte reicht beim Junglachs nur bis zum Auge, die Kiemendeckel ziert oft ein einzelner schwarzer Punkt. Mit der Abwanderung ins Meer verblassen die Parrflecken und weichen einer typischen Silberfärbung. Der Fisch wird dann als Smolt bezeichnet. Lachse werden selten älter als 10 Jahre. Weibliche Lachse erreichen bei einer Maximallänge von 1,2 m eine Stückmasse von bis zu 20 kg. Männliche Lachse werden in Ausnahmefällen bis zu 1,5 m lang und 40 kg schwer.

Biotopansprüche und Lebensweise
Als anadromer Wanderfisch des Nordatlantiks sowie der Nord- und Ostsee lebt der Lachs im Meer überwiegend küstenfern und ernährt sich von Schwarmfischen und Krebstieren. Bereits nach einem Jahr erreicht er ein Gewicht von 1,5 bis 3,5 kg. Nach ein- bis vierjährigem Meeresaufenthalt ziehen die Fische in Schwärmen zum Laichen in die Flüsse. Von wenigen Ausnahmen abgesehen, sucht der Lachs, vom Geruchssinn geleitet, immer den Fluss oder Nebenfluss wieder auf, in dem er einige Jahre zuvor als Jungfisch lebte. Während der Laichwanderung nehmen die Fische keinerlei Nahrung auf. In Abhängigkeit vom Zeitraum des Laichaufstieges unterscheidet man Sommer- und Winterlachse. In der Elbe wurde oft noch ein dritter Wanderzug im Spätsommer und frühen Herbst beobachtet. Die Fische zogen zunächst bis in die Nähe ihrer Laichplätze, wo sie, je nach Zeitpunkt ihres Eintreffens, wenige Wochen bis einige Monate bis zum Beginn der Laichzeit ausharrten. Das Laichgeschäft begann im Elbegebiet gegen Ende Oktober und erreichte seinen Höhepunkt in der zweiten Novemberhälfte. Zur Fortpflanzung suchen die Fische in der Äschen- und Forellenregion rasch strömende Strecken mit grobkiesigem Untergrund auf. Dort schafft der Rogner durch heftige Schwanzschläge und Bewegungen des Rumpfes eine Vertiefung (Laichgrube). Beim Laichakt stehen Rogner und Milchner nahe an dem der Strömung zugewandten Ende der Laichgrube beeinander und geben nach kurzem Liebesspiel ihre Geschlechtsprodukte ab. Die Eier perlen, von einer Spermawolke eingehüllt, in die Laichgrube. Danach beginnt der Rogner stromauf eine neue Laichgrube zu schlagen, wodurch die bereits abgelegten Eier mit Kies bedeckt werden. Dieser Vorgang wiederholt sich mehrmals, bis alle Eier (je nach Größe des Rogners bis 25 000) abgelegt sind. Die Mehrheit der Lachse verendet nach dem Laichen, nur wenige bewältigen den Rückweg ins Meer und unternehmen einen zweiten, wenige Milchner sogar einen dritten Laichaufstieg. In Abhängigkeit vom Temperaturverlauf dauert die Embryonalentwicklung mehrere Wochen bis Monate. Nach dem Schlupf verweilt die Brut längere Zeit im Schutz des Kiesbettes und zehrt von den Nahrungsreserven des Dottersackes. Erst wenn dieser nahezu aufgezehrt ist, verlässt sie das Lückensystem des Laichplatzes. Im Elbegebiet wurde die Lachsbrut ab April, Mai beobachtet (FRITSCH, 1893). Die Junglachse hielten sich meist nur einen Sommer im Süßwasser auf und wanderten mit dem Frühjahrshochwasser in die Küstengewässer. Wie junge Bachforellen, bilden auch die Junglachse Reviere, bevorzugen aber im Gegensatz zu diesen Einstände in der Gewässermitte. Im Süßwasser fressen die jungen Lachse Wasserinsekten, Krebstiere u. a. Wirbellose. Erst im Küstenbereich gehen sie dazu über, sich überwiegend von Fischen zu ernähren.

Bestandsentwicklung
Im Elbegebiet sind wirtschaftlich bedeutende Lachsfänge für die Prignitz (Region Wittenberge) belegt. Der Jahresfang soll hier 100 - 150 Stück betragen haben. Auch im Unterlauf der Havel gelangen regelmäßig Fänge bei Havelberg, Nitzow und Vehlgast (ECKSTEIN, 1908) sowie bei Rathenow (v. d. BORNE, 1882). Bei Mühlberg/Elbe, so berichtet v. d. BORNE, wurden im vergangenen Jahrhundert jährlich etwa 500 Lachse gefangen und noch 1932, unmittelbar vor dem endgültigen Zusammenbruch des Elbebestandes, gelang dort ein Jahresfang von 296 Stück (KISKER, 1934). Die wichtigsten Laichplätze des Lachses für den Bereich der mittleren Elbe lagen außerhalb des Landes Brandenburg in Saale und Mulde. In der Schwarzen Elster zog der Lachs bis Uebigau und Elsterwerda, vereinzelt sogar bis Ruhland (v. d. BORNE, 1882), was auf ein früheres Vorhandensein von Laichplätzen in diesem Gewässersystem schließen lässt. Für die Prignitz berichtet ANONYMUS (1781) nicht nur vom Vorkommen des Lachses in der Elbe, sondern auch in anderen Gewässern, ohne diese jedoch genauer zu benennen. In der Oder trat der Lachs regelmäßig auf, erreichte aber in dem heute brandenburgischen Gebiet nicht die wirtschaftliche Bedeutung des Elblachses. Nach v. d. BORNE (1882) verließ das Gros der Fische die Oder bereits wieder bei Küstrin, um in die Warthe und dann weiter in die Netze aufzusteigen, in deren Nebenflüssen Drage (Drawa) und Küddow die Lachse laichten. Wie v. d. BORNE (1882) berichtet, sollen Lachse auch in die Pleiske, die in Höhe von Aurith rechtsseitig in die Oder mündet, aufgestiegen sein. Bei den von ECKSTEIN (1908) erwähnten Fängen in der Alten Oder und dem Brieskower See dürfte es sich vermutlich um rastende Fische gehandelt haben. Durch die mit der Industrialisierung einsetzende Abwasserbelastung der Ströme und den Bau von Stauwehren zur Schiffbarmachung der Flüsse und zur Energiegewinnung setzte bereits um die Mitte des 19. Jahrhunderts ein stetiger Rückgang der Lachsbestände ein. Fischer und Fischzüchter versuchten längere Zeit, die Bestände durch künstliche Reproduktion und Besatzmaßnahmen am Leben zu erhalten. Da es ihnen jedoch nicht möglich war, die Ursachen für den Rückgang zu beseitigen, mussten die Bemühungen letztlich erfolglos bleiben. Heute gilt der ursprünglich in Brandenburg heimische Lachs als verschollen bzw. ausgestorben. Fänge von Einzeltieren aus der Elbe (Havelmündung) sowie der Oder sind mit hoher Wahrscheinlichkeit Folge von Besatzmaßnahmen außerhalb Brandenburgs. Seit 1997 existieren Bestrebungen zur Wiedereinbürgerung der Art in der Brandenburger Elbe. Nach Information des Referats für Fischerei der Sächsischen Landesanstalt für Landwirtschaft in Königswartha wurden in einem sächsischen Elbezufluss im Herbst 1998 erstmals wieder laichreife Lachse beim Aufstieg beobachtet. Diese Fische sind die ersten Rückkehrer von 172 000 im Rahmen eines Wiederansiedlungsprogrammes 1995 ausgesetzten Brütlingen. Ebenso haben die im polnischen Odereinzugsgebiet seit ca. 10 Jahren durchgeführten Besatzversuche zum Fang einiger Lachse durch Brandenburgische Fischer geführt.

Text aus: "Fische in Brandenburg" - Verbreitung und Beschreibung der märkischen Fischfauna.
Mit freundlicher Genehmigung des Institutes für Binnenfischerei Potsdam.



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