In Vol. 1 /2004 spinnt der Autor, Thomas Lost einen Bogen über "Russische Abendende", das Fliegenwerfen bis zum gerade erschienen Buch "Die Quintessenz des Fliegenwerfens". Lohnt sich der Kauf des Buches?

Es gibt wahrlich nicht viele deutschsprachige Bücher zum Thema Fliegenwerfen (meiner Meinung nach nur "Fliegenwerfen. Anleitung und Lehrplan zum Gebetsroither- Stil" von Heinz Lorenz). Aber natürlich können wir alle ausgezeichnet english, sind sozusagen native speaker und lesen so etwas wie "The Essence of Flycasting" immer und ausschließlich im Original.

Aus dem wir muß ich mich leider (weit) ausklammern, mein english ist ausgesprochen bescheiden, obwohl ich reichlich lessons genossen habe. Mal ganz davon abgesehen das mir schon die deutsche Syntax und Semantik schwer fällt bzw. ich durchaus mit einer leichten Legasthenie zu kämpfen habe (und bitte täuscht Euch nicht, alles was hier richtig geschrieben wurde, habe ich dem F7 bei Micorsoft Word zu verdanken bzw. wurde er"googelt"), das reichlich Russisch in meiner polytechnischen Schulbildung (immerhin 5 Schuljahre) habe ich nun auch total verdrängt und selbst kyrillische Schriftzeichen sind mir mittlerweile vollkommen fremd... was eigentlich schade ist, da ich am Heiligen Abend des letzten Jahres bei einem "Russischen Abend" war und in meinem Leben wohl kaum so eine hohe Konzentration slawischer Schönheiten gesehen habe... die 1. phantastisch angezogen, 2. unglaublich gut gebaut und 3. sich wirklich eindrucksvoll zum russischen "Techno" bewegen konnten... aber das ist eine ganz andere Geschichte.

Okay zurück zum Buch... nun gut ich stehe subjektiv diesem Buch gegenüber, ergo mir beide Übersetzer gut bekannt (und sehr sympathisch) sind und Christopher "Duncan" Rownes mich eigentlich mehr oder weniger in meiner nun doch schon 6-7 jährigen Fliegenfischerlaufbahn begleitet. Unser Kennenlernen (in der U2? zwischen Eberswalder Str. und Schöhnhauser Allee) ist fast auch schon eine kleine Anekdote, die aber nicht so spannend ist, um hier erzählt zu werden. Nichts desto trotz fischen Beide: Christopher "Duncan" Rownes und Peer Doering Peer Doering-Arjes (man das klingt schon fast nach blauen Blut) lange Jahre/Jahrzehnte mit der Fliege und sind 100% vertraut mit der Materie, ja sogar hoch qualifiziert (zur Übersetzung des Buches) im Falle Christopher "Duncan" Rownes, (u.a.) ein EFFF qualifizierte Basisinstrukteur der nicht nur english native speak"t" sondern u.a. ganz hervorragend deutsch spricht und last but not least dicke mit Mel Krieger befreundet ist (und sehr "geil" werfen kann). D.h. man kann davon ausgehen, das hier eine einwandfreie Übersetzung erfolgt ist und auch stilistisch ins Detail gefeilt wurde. So hat mich Peer z.B. durchaus ernsthaft konsultiert ob ich als "Fliegenfischer" mit einer Angelrute angle oder fische mit einer Fliegenrute fische... darüber kann man gerne schmunzeln... zeigt mir aber das Beide die Sache wirklich ernst genommen haben. Als Resultat liest sich das Buch dann auch gut und verständlich und wurde wirklich unglaublich konsequent in meine Muttersprache übersetzt, wobei am Ende/im Anhang noch ein Glossar mit den wichtigsten Begriffen des "Flycasting" in english zu finden ist, damit dann ein jeder im Gespräch mit kompetenten Kollegen im gängigen "denglish" durchaus mit entsprechender Fachkompetenz brillieren kann.

Nun gut das Buch baut logisch Schritt für Schritt auf, von der Griffhaltung bis hin zu wirklich genialen Tips und Tricks zum Üben und natürlich das gesammelte Repertoire an Trickwürfen. Dazu gibt es jede Menge Graphiken und Schwarz/Weiß Bilder (wo Mel Krieger mit so einer weißen(?) Rute wirft (und ich bin so ein Farbfetischist... habe ja auch diese Gelbe Rute). Das wohl genialste Ding (ich kann das gar nicht genug betonen) ist die Sache mit der Pantomime... einfach... verständlich... d.h. man übt den Bewegungsablauf eines Wurfes pantomimisch vor dem Spiegel (irgendwo im Sumpf der Sexyloopsseiten von Herrn Paul Arden geistert dazu ein kleines Video) und das ist z.B. gerade zum Erlernen des durchaus anspruchsvollen Doppelzuges unglaublich effektiv. Den können wir ja alle... dann probiert doch bitte mal nur!!! im Moment des Stops zu ziehen (Mel Krieger untermalt diesen Moment mit einem "Whoop"), das ist ziemlich effektiv (JoJo Effekt) und motorisch sehr anspruchsvoll... außerdem vergessen viele nach dem Zug im Rückwurf, die Zughand wieder Richtung Rute zu führen... okay der Könner läßt vermutlich auch nach hinten schießen... egal... auf jeden Fall alles Kleinigkeiten, deren Ablauf sich hervorragend durch eine Pantomime als "Trockenübung" trainieren läßt, was ich auf einem Wurfkurs mit Christopher "Duncan" Rownes und Paul Arden praktiziert habe... das übt nicht nur, sondern sieht auch noch unheimlich albern aus und birgt dadurch natürlich jede Menge Spaß in sich.

Trotzdem, mit Büchern, die Bewegungsabläufe mit hohem motorischen Schwierigkeitsgrad lehren ist das so eine Sache... Lehrbücher, die eher geistigen Stoff vermitteln haben es da schon etwas einfacher bzw. ein Liederbuch mit Noten kann unter Umständen sogar in das Singen eines Liedes eskalieren... ich habe da so einen Übermieter, der singt abends immer emotional zur Gitarre... da freue ich mich immer... und klopfe mit einem meiner zahlreichen SAGE Rohre im Rhythmus an die Decke... Muß man diese Buch nun haben??? Schwierige Frage, um ein wirklich guter Werfer zu werden sollte Mann/Frau 1. üben (am besten immer in der Gemeinschaft), 2. unbedingt einen Wurfkurs in Betracht ziehen und 3. das Buch kaufen... kleiner (dummer) Scherz... nein ich denke wer das eine oder andere gute Buch zu unserem Hobby zu schätzen weiß, der kommt nicht umhin den veranschlagten Obolus für "Die Quintessenz des Fliegenwerfens" zu entrichten.

So genug "spam", ein erbauliche Woche und mit freundlichen Grüßen Thomas Lost

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