Kormoran
Foto: NABU / Frank Derer

Kormoran - Vogel des Jahres 2010
Der NABU und der Landesbund für Vogelschutz in Bayern haben den Kormoran zum „Vogel des Jahres 2010“ gewählt. Die beiden Verbände wollen sich damit offensiv für den Schutz des Kormorans einsetzen, der nach seiner Rückkehr an deutsche Seen, Flüsse und Küsten wieder zu tausenden geschossen und vertrieben wird.
NABU und LBV lehnen eine flächendeckende Regulierung der Kormoranbestände grundsätzlich ab. Denn es gibt Alternativen. Eine zeitgemäße Strategie ist die Schaffung von Ruhezonen. So werden die Wasservögel an Orte gelenkt, an denen sie sich von reichhaltigen Fischbeständen ernähren können – dazu zählen größere Stillgewässer und Flüsse ebenso wie die Küste. Dadurch verringert sich der Druck auf Fischzuchtanlagen oder die Rückzugsräume seltener Fischarten.

An Fischzuchtanlagen beziehungsweise in Zentren der Teichwirtschaft können gebietsweise Probleme durch den Kormoran auftreten. Dort müssen gemeinsam vor Ort Lösungen gefunden werden, wirtschaftliche Schäden durch Kormorane zu verhindern, ohne den natürlichen Bestand der Vogelart erneut zu gefährden. Fischteiche können beispielsweise durch das Überspannen mit weitmaschigen und gut sichtbaren Drahtnetzen sowie durch optisches und akustisches Vertreiben wirksam geschützt werden.
Quelle: www.nabu.de

Kormoran

Kormoranabschuss
 
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Fliegenfischer greifen zur Waffe - Dezember 2009

Lange Zeit waren Kormorane in Brandenburg fast ausschließlich an größeren Gewässern anzutreffen. Das enorme Wachstum der Population hat aber dazu geführt, dass die Vögel in den letzten Jahren auch immer mehr zu einem Problem für die Fischbestände in kleinen und mittelgroßen Fließgewässern wurden. Im Winter, wenn die Seen, Kanäle und stauregulierten größeren Flüsse mit Eis bedeckt sind, befliegen die schwarzen Vögel, von denen jeder täglich 400 g Fisch als Nahrung benötigt, die kleinen Flüsse und Niederungsbäche. Entgegen einer früher verbreiteten Auffassung meiden sie dabei naturnahe Fließgewässer keineswegs, sondern fallen durchaus auch in mäandrierende, beidseitig gehölzbestandene, totholzreiche Bäche ein, wenn sie der Hunger dazu zwingt.
Unser Verein betreut zwei Teilstrecken der Dosse, die zuletzt im Eiswinter 2005/06 einen massiven Kormoraneinfall erlitten hatten. Im darauffolgenden Frühjahr konnte bei den Elektrobefischungen für die Wasserrahmenrichtlinie streckenweise nicht einmal mehr ein Gründling nachgewiesen werden, die es vordem zu Hunderten gab. So war denn auch die Maifliegenzeit 2006 für alle, die sie am Gewässer erlebten, sehr ernüchternd. In den milden Wintern 2006/07 und 2007/08 traten die schwarzen Vögel glücklicher Weise weniger in Erscheinung, so dass sich der Forellenbestand erholen konnte. Leider kamen wir in diesem Winter nicht so glimpflich davon. Zum Jahreswechsel setzte Frost ein und schon wenige Tage später wurden die ersten Kormorane an der Dosse gesichtet. Jetzt musste gehandelt werden! Die wirksamste und wirtschaftlichste Methode der Kormoranvergrämung ist der Abschuss. Zwar kann man damit die Gesamtpopulation nicht nennenswert reduzieren, aber es hat sich gezeigt, dass die Vögel Gewässer, an denen sie regelmäßig beschossen werden, meiden. In Abstimmung mit dem Landesanglerverband und unserem Kreisanglerverband OPR, Region Wittstock, haben wir Jagdpächter und Revierförster entlang der Dosse angesprochen und um Hilfe gebeten. Außerdem hat der Landesanglerverband die durch die Brandenburgische Kormoranverordnung gegebene Möglichkeit genutzt und weitere Jagdscheininhaber, darunter auch zwei Mitglieder unseres Vereins, mit dem Abschuss von Kormoranen beauftragt.
Unser herzlicher Dank gilt Jürgen, Fabian und Alex sowie allen anderen Angelfreunden, die die Schützen bei ihren Streifengängen begleiten und unterstützen!

Wir fordern, dass die EU bald geeignete Schritte unternimmt, um die Kormoranpopulation europaweit auf ein für die Kulturlandschaft verträgliches Maß zu reduzieren. Dabei wird man auf Eingriffe in die Brutkolonien nicht verzichten können. Gleichzeitig stehen wir als Angler und Naturschützer auf dem Standpunkt, dass der Kormoran jetzt und auch in Zukunft einen Platz unter den heimischen Wildtieren hat.
Eine erlebnisreiche Angelsaison wünscht euch der Vorstand des Fario e.V.
Foto: Fario e.V.

Ende März 2009 - Nachlese
Dank der Hilfe einiger ortsansässiger Jäger konnten ca. 10 bis 15 Kormorane in den letzten Wochen an der Dosse erlegt werden. Regelmäßige Begehungen und so manche verschossene Patrone haben für eine gewisse Unruhe am Gewässer gesorgt und die Kormorane bei ihrer Jagd gestört. Wie nachhaltig diese Form der Vergrämung letztendlich war wird eine Kontrollbefischung und die kommende Angelsaison ergeben. Davon demnächst an dieser Stelle mehr.
Foto/Text: Fario e.V.

Januar 2010 - folgende Mails erreichten den Webmaster.
Hi mario, ich habe gestern kurzfrisitig ein auto bekommen und bin für ein paar stündchen an die schnelle havel (nordöstlich von oranienburg) gefahren. da sie wie die dosse wohl zu den wenigen gewässern zählt die noch nicht zugefroren sind, habe ich einen anblick erlebt den ich sonst nur von bayerischen forellenzuchten im winter kenne. die kormorane haben dabei, meist in gruppen um die sechs tiere, den fluss nach oben hin systematisch abgefischt. ich würde mich wundern wenn fische über 10cm noch im gewässer verblieben sind. sollte es an unseren salmostrecken genauso aussehen, dann gute nacht.
...bei 40 tieren habe ich aufgehört zu zählen! grüße an alle, s.

Hallo Mario! :-) Ich bin es mal wieder. Ich wollte mal wieder von meinen letzten Kormoranbeobachtungen berichten.
1. Es ist doch unglaublich, wo Kormorane mittlerweile sich einfinden zum Jagen. Ich habe sie tatsächlich im Neuendorfer Graben, einem kleinen Nebenbach der Nieplitz gesehen, wo es sage und schreibe nur 20 bis 30 cm tief ist. Kaum zu glauben aber wahr! Das wahr ursprünglich noch ein letztes Refugium wo sich einige Nieplitz-Alande zurückgezogen haben. Auch Hechte konnte man dort gut mit dem Streamer fangen. Einfach nur zum weinen...
2. An einem kleinen Kiesteich, kaum 2 h groß war ich im Dezember zum Spinnfischen. Dabei waren 2-3 Kormorane an dem Teich beim Jagen. Plötzlich merkte ich, wie im Schilf einige Meter entfernt es fast kochte und sich bewegte wie verrückt. Als ich dort hinging, verschlag es mir die Sprache. Schleien und Karpfen suchten ängstlich Schutz im Schilf vor den Kormoranen. Schleien wohl gemerkt! Und das im Winter! Unglaublich, so etwas habe ich noh nie gesen! Da kann man mal sehen, wie verrückt die letzten Fische ums Überleben kämpfen, obwohl diese normalerweise schon in der Winterruhe hätten sein müssen.
3. Beim Abangeln, am 30. Dezember, ging es mal wieder an einen meiner Hotspots auf einen der Havelseen. Schon beim hinrudern konnte ich die ersten schwarzen Vögel des Jahres 2010 beobachten. Angekommen an der Stelle, konnte ich über 40 Stück zählen, die sich mittlerweile in die Lüfte begeben haben. Beim Anblick auf die Wasseroberfläche stockte mir der Atem: Überall trieben ausgespuckte tote Jungfische herum. So etwas habe ich bisher noch nie beobachtet. Das die Kormorane nun auch noch Selektieren?! Das sind alles so Sachen, worauf die lieben Vogelschützer nie schauen, naja wie auch, ihre Ferngläser sind ja immer in Richtung Himmel gerichtet.
4. Und letztens: Es ging zum Angeln letzte Woche eigentlich eher per Zufall über die Autobahn an der Dosse vorbei. Was glaubst do wohl was da los war? Bestimmt 40 Kormorane bedienten dich da an der Dosse nur alleine an dem Autobahnstück. Ich habe keine Ahnung wie es in den Bereichen flußaufwärts aussieht, vielleicht kannst du mir ja zur aktuellen Situation etwas sagen, aber ich glaube das dürfte es so langsam gewesen sein mit der Fliegenfischerei auf Salmoniden im brandenburgischen. Außer man möchte frisch eingesetzte 55-er Bachforellen fangen, wie ich das im letzten Jahr in einschlägigen Gewässern mit Nu. erleben musste. Aber das ist schon wieder ein anderes Thema.
Oh jeh... ich bin mal wieder echt verzweifelt und weiß nicht wo das noch hinführen soll. Schon jetzt ist die fliegenfischereiliche Qualität verglichen mit vor nur 5 Jahren absolut desaströs. Wenn man selbst nicht mal mehr auf Döbel und Co. fischen kann, weil die Bestände das nicht mehr hergeben, zeigt das doch schon, wo wir nun schon stehen. Bisher habe ich mir jedes Jahr eine Salmonidenkarte gekauft. Soll ich das in diesem Jahr wirklich noch tun, wo die Bestände doch wirklich am Abgrund stehen? Fairerweise wäre es besser darauf zu verzichten...oh je oh je oh je...:-(
Mit freundlichen Grüßen, M.

www.ostsee-zeitung.de schreibt aktuell...

- der Kormoran auf Youtube

 
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