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Stockholmer Adventshecht
Wer aus welchen Gründen auch immer nach Stockholm kommt, sollte es nicht versäumen, nach den dortigen
Hechten zu schauen. Sei es in den Schären - dort schmecken sie besonders gut, weil sie sich von Heringen
ernähren - oder im Mälaren, dem drittgrößten See Schwedens. Wer will, kann mit der Angelei gleich mitten
in der Altstadt loslegen, wo der Mälaren in die Ostsee übergeht. Allerdings ist hier eher mit Lachsen
und Meerforellen zu rechnen und leider sind die Möglichkeiten für die Flugfischerei sehr eingeschränkt.
Beschaulicher ist es außerhalb des lebendigen Zentrums. Innerhalb einer Stunde sind mit öffentlichen
Verkehrsmitteln sowohl die Stockholmer Schären in der Ostsee als auch eine Bucht des Mälaren zu erreichen.
Das letzte Mal war ich am ersten Advent dort. Um einen Hecht zu erwischen, darf man ruhig ausschlafen,
denn vor neun Uhr wird es zu dieser Jahreszeit nicht hell. In den windgeschützten Uferbereichen des Sees
hatte der heftige Schneefall dafür gesorgt, dass die Wasseroberfläche wie mit nasser Watte belegt war
und am Ufer hatte sich schon zentimeterdickes Eis gebildet. Erfolgversprechender wäre es bei
Sonnenschein gewesen, dann wärmen sich die Hechte noch ein letztes Mal und ich hätte ihnen die
Fliege zum Mittag präsentieren können. Sehr viel Zeit blieb mir nicht, denn nach 15 Uhr wurde es
langsam schon wieder dunkel. Ich hatte die großen Streamer eingepackt: 15 cm und mehr sollte die
Länge schon betragen. Je größer der Happen, um so eher bequemen sich die Hechte zuzuschnappen.
Das Einstrippen muss zwar ruckartig, aber ganz langsam erfolgen, denn bei den winterlichen
Wassertemperaturen sind die Hechte träge. Es müssen Streamer sein, die durch einen Ruck viel
Eigenleben entwickeln. Kaninchenfell ist da sehr geeignet. Mit ein paar großen Glasaugen
erreicht der Streamer die nötige Tiefe. Um diese schweren Fliegen bequem werfen zu können,
ist eine achter Rute angemessen, außerdem könnte man ja an eine richtig große Hechtdame
geraten. Aber obwohl es wieder nicht der Traumfisch war, der auf den künstlichen Happen hereinfiel,
war es eine spannende Angelegenheit unter dem bleigrauen Himmel auf dem großen, stillen See auf
den nächsten Biss zu warten.
Fährt man alleine hinaus, sollte man die eigene Sicherheit nicht vernachlässigen: ein Schwimmoverall
ist zu dieser Jahreszeit in den Schären ein Muss. Aber auch auf dem See hat man darin das Gefühl, sehr
angenehm und sicher verpackt zu sein.
Am späten Nachmittag blieb mir dann noch Zeit, um einen Blick bei Lundgrens Fiskredskap reinzuwerfen, einem
der ältesten Angelläden der Stadt. Eine sehr gute Alternative ist auch, sich bei Fiskarnas aufzuwärmen,
der Laden, der für die Flugfischerei sehr gut sortiert ist. Die Puristen gehen gleich zu Stockholms
Flugfiskecenter. Zur Stärkung bieten sich die gemütlichen Restaurants in der Innenstadt an und das Stockholmer
Kulturprogramm hat immer etwas Interessantes zu bieten. Die Nacht ist lang. Und wie gesagt, früh aufstehen
lohnt sich nicht.
Text und Bilder: www.springforelle.de
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