|
NEWS vom Lachs- und Meerforellenbesatz 2003.
|
In diesem Jahr wurden bereits zum fünften Mal Lachse und Meerforellen
in der Stepenitz und ihren Zuflüssen ausgesetzt. Wegen des bisherigen
guten Erfolges der Wiedereinbürgerung - im Herbst 2002 waren mindestens
50 Lachse und 30 Meerforellen zum Laichen ins nordwestliche Brandenburg
zurückgekehrt - hatten die Projektverantwortlichen die Besatzmengen
für 2003 nochmals aufgestockt. Mit Unterstützung zahlreicher
Helfer aus mehreren Anglervereinen der Region fanden im März und
April diesen Jahres 40.000 Stück Meerforellenbrut, 50.000 angefütterte
Lachsbrütlinge und 12.300 einjährige Junglachse (Smolts und
Präsmolts) eine neue Heimat in Prignitzer Gewässern. Dabei wurde
der Meerforellenbesatz zum ersten Mal vollständig vom LAVB finanziert
und realisiert. Die dadurch frei gewordenen Projektmittel aus der Fischereiabgabe
kamen der Steigerung des Smoltbesatzes zugute. Seit 1999 wurden im Flußgebiet
der Stepenitz insgesamt 260.000 Stück Lachsbrut, 150.000 Stück
Meerforellenbrut und 29.700 einjährige Junglachse besetzt. Da die
Stepenitz in diesem Jahr, anders als im Vorjahr, kein Frühjahrshochwasser
führte, konnte ab April bis Mitte Mai eine kontinuierlich Smoltabwanderung
beobachtet werden, die leider für viele junge Lachse und Meerforellen
erst einmal an der Perleberger Stadtmühle endete. Der Einlaufrechen
der Wasserkraftanlage ist jedoch mit einer Maschenweite von ca. 10 mm
eng genug, um das Einschwimmen der im Mittel 15 bis 18 cm langen Smolts
in die Turbine zu verhindern. Auf Kosten des Landesanglerverbandes wurde
quasi noch in letzter Minute ein Bypass in die landeseigene Wehranlage
eingebaut, der den Fischen einen gefahrlosen Abstieg ins Unterwasser ermöglichen
soll. Offenbar finden die abwandernden Salmoniden das Abstiegsgerinne
auch, zumindest wurden dieses Jahr keine verletzten oder toten Smolts
festgestellt.
|
|
|
Ob auch Großsalmoniden die mit 20 cm Schlitzweite etwas knapp bemessene
Aufstiegshilfe annehmen, sollte sich eigentlich Ende Juli/Anfang August
zeigen, wenn unter normalen Umständen der Sommeraufstieg der Meerforellen
zu erwarten wäre. Wenn allerdings das Sommerhochwasser der Elbe dieses
Jahr ausfällt, werden die Fische das Wittenberger RAW-Wehr nicht
überwinden können und müssen dort zeitaufwendig gefangen
und nach oberhalb umgesetzt werden. Der vom LAVB seit langem geforderte
Umbau des RAW-Wehres zur Sohlgleite scheiterte bisher an Einsprüchen
mehrerer Landwirte, die eine Vernässung ihrer Viehweiden befürchten.
|
Seit 2001 wird auch in der Uckermark an der Wiedereinbürgerung der
Meerforelle gearbeitet. Der Landesanglerverband Brandenburg hat dazu Teilstrecken
seiner Pachtgewässer Köhntop und Strasburger Mühlbach für
Besatzmaßnahmen im Rahmen des mecklenburg-vorpommer'schen Förderprogrammes
zur Verfügung gestellt; ein Beispiel für grenz- und verbandsübergreifende
sachbezogene Zusammenarbeit von Anglern, welches als vertrauensbildende
Maßnahme zwischen DAV und VDSF Schule machen könnte. Mitglieder
der Regionalverbände Prenzlau (DAV) und Pasewalk (VDSF) setzten im
März diesen Jahres in beiden Bächen insgesamt 100.000 Stück
Meerforellenbrut aus. Bei einer im April vom LAVB gemeinsam mit dem KAV
Prenzlau durchgeführten Kontrollbefischung des Köhntop-Baches
konnten zahlreiche Meerforellensmolts nachgewiesen werden. Für den
kommenden Sommer und Herbst wäre mit der Rückkehr der ersten
Laicher zu rechnen, vorausgesetzt, die Fische finden jeweils den Einstieg
zu den wenig glücklich konstruierten Fischaufstiegshilfen, die in
den letzten Jahren in Torgelow und Pasewalk gebaut wurden. Erfreulich
ist in diesem Zusammenhang die Nachricht, daß eines der beiden Wehre,
die z.Z. noch zwischen Torgelow und Pasewalk die Ucker versperren, demnächst
zur Sohlgleite umgebaut werden soll.
Text und Fotos von:
Ulrich Thiel
LAVB, Gewässerwirtschaft
|

|