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Ephemera danica, junge Nymphe.


Heptagenia sulphurea, die Nymphe der Schwefelgelben.


Isoperla grammatica, die häufigste Steinfliege im Norddeutschen Flachland.


Seratella ignita.


Paraleptophlebia submarginata.


Caenis rivulorum.


Lepidostoma hirtum galt in Brandenburg als ausgestorben.


Ephemera danica, die Maifliege.


Einige Köcherfliegenarten lassen sich auch an Seen und größeren Flüssen beobachten.


Adulte Steinfliege.


Baetis spc. eine in Brandenburg sehr häufige, kleinere Eintagsfliegenart.


Heptagenia sulphurea - die Schwefelgelbe, ein Imago/Dun aus der Dosse.

Makrozoobenthos der Dosse.

Im Rahmen seiner Diplomarbeit hat Fabian V. im Jahr 2004 die Kleintiere des Wassers in der Dosse näher untersucht und ihre Verteilung über renaturierte und nicht renaturierte Abschnitte betrachtet. Dabei sind sehr interessante Zahlen und Untersuchungsergebnisse heraus gekommen. Die komplette Diplomarbeit (3MB) findet Ihr HIER. Einige Zahlen und Hintergründe lassen sich auf ähnliche Gewässer Brandenburgs übertragen und bieten somit für Interessierte einen guten Einblick in die Insektenwelt vor ihrer Haustür.

In 3 Erhebungsreihen zu unterschiedlichen Jahreszeiten wurden an zwei in den letzen Jahren errichtete Sohlgleiten, ein renaturierter Abschnitt im Oberlauf und auf einer nicht renaturierten Vergleichsstrecke Insektenlarven gefangen und bestimmt.
Dabei sind 2270 Zoobenthosindividuen gefangen worden. Für die Ordnung Amphipoda (Flohkrebse) und Plecoptera (Steinfliegen) gelang jeweils ein Artnachweis. Für die Gruppe der Ephemeroptera (Eintagsfliegen) können insgesamt 11 Arten mehrerer Familien genannt werden. Die Trichoptera-Ordnung (Köcherfliegen) war mit 12 Artennachweise vertreten.
Die Arten waren in ihrer Individuenzahl und Stetigkeit in den einzelnen Gewässerabschnitten stark variabel. Am häufigsten kamen die Art Ephemera danica (Maifliege) und Gammarus pulex (Bachflokrebs) vor. Beide Arten zusammen stellten zirka 54 Prozent des gefundenen Zoobenthos. Der Bachflohkrebs wurde auf allen Substraten (Schlamm/Feinsand, Wasserpflanzen, Kies) gefunden. Die Maifliege wurde auf den Sohlgleiten nur in geringen Individuenzahlen nachgewiesen. Der Schwerpunkt lag in Feinsedimentablagerungen (Sand, Schlamm) der Vergleichsstrecken. Eigene Beobachtungen mehrerer Massenschlüpfe der Maifliege im Zeitraum von Ende Mai bis Anfang Juni lassen auf ein Massenvorkommen dieser Art in der Dosse schließen.
Die Köcherfliegen-Artengruppe Hydropsyche incognita/pellucidula und die Eintagsfliege Serratella ignita traten sehr häufig auf. Als noch häufige Arten wurden Baetis rhodani, Baetis vernus, und Heptagenia sulphurea nachgewiesen. Alle anderen Arten traten eher selten auf.
Von den insgesamt 23 nachgewiesenen Arten standen 1992 neun Arten auf der brandenburgischen Roten Liste. Lepidostoma hirtum galt als ausgestorben bzw. verschollen, Electrogena affinis als vom Aussterben bedroht und Heptagenia flava als stark gefährdet. Isoperla grammatica, Potamophylax cingulatus und Procloeon bifidum wurden als gefährdet eingestuft. Potentiell gefährdet waren Heptagenia sulphurea, Paraleptophlebia submarginata und Serratella ignita.
Der Anteil der gefährdeten Arten war in allen beprobten Abschnitten geringer als der Artenanteil ohne Schutzstatus. Auf den Sohlgleiten war der Anteil der Rote Liste Arten jedoch höher als in den Vergleichsstrecken.
Es muss angemerkt werden, das mit den Zoobenthoserhebungen erst im Mai und damit zu spät im Jahresverlauf begonnen wurde. Das maximal zu erwartende Artenspektrum wird im Spätwinter bzw. im zeitigen Frühjahr (Februar/März) erreicht. Es ist davon auszugehen, das bei einem früheren Beginn mehr Artennachweise möglich gewesen wären. Dies gilt besonders für die Ordnung Steinfliegen (Plecoptera). Mehr Artennachweise würden eine bessere Einsicht über das Zoobenthosaufkommen der Dosse geben und die Beurteilung der Renaturierungsmaßnahmen wären in diesem Aspekt präziser.
Dass der Nachweis von Steinfliegen, einer wichtigen Indikatorgruppe für die Gewässergütebewertung, nur auf den Sohlgleiten gelang, ist ein Indiz für den hohen strukturellen Wert den die Bauwerke als Lebensraum haben. Da in den anderen untersuchten Abschnitten Kiessubstrate gar nicht oder nur in sehr kleinflächigen Ausmaßen existierten, sind die Sohlgleiten die einzigen Standorte, die den Ansprüchen (Kies-Steinsubstrat, schnelle Strömung, hoher O2-Gehalt) der Isoperla grammatica und anderer strömungsliebender Arten gerecht werden.
Die nachgewiesenen Arten in der Dosse entsprechen den Angaben für sandgeprägte Bäche des norddeutschen Tieflandes. Alle wichtigen Leit- bzw. Begleitarten und -gattungen wurden nachgewiesen.
Text: Fabian V., Mario Mücke
Fotos: 1-11 Fabian V., 12 Mario Mücke
Quelle: Fabian V. (2005), Fischökologische Bewertung von Renaturierungsmaßnahmen an der Dosse.


Arten Individuenzahl Dominanz
Agapetus fuscipes 2 0,088%
Anabolia nervosa 33 1,454%
Athripsodes cinereus 21 0,925%
Baetis fuscatus 24 1,057%
Baetis rhodani 95 4,185%
Baetis vernu 94 4,141%
Caenis rivulorum 17 0,749%
Electrogena affinis 1 0,044%
Ephemera danica 470 20,705%
Gammarus pulex 768 33,833%
Halesus radiatus 15 0,661%
Heptagenia flava 9 0,396%
Heptagenia sulphurea 178 7,841%
Hydropsyche incognita/pellucidula 200 8,811%
Hydropsyche siltalai 19 0,837%
Isoperla grammatica 4 0,176%
Lepidostoma hirtum 2 0,088%
Limnephilus lunatus 22 0,969%
Mystacides longicornis 1 0,044%
Paraleptophlebia submarginata 33 1,454%
Polycentropus irroratus 2 0,088%
Pota. cingulatus 45 1,982%
Procloeon bifidum 9 0,396%
Serratella ignita 206 9,075%
Gesamtindividuenzahl 2270
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